Ein lyrischer Liederabend

18.04.2015

Die Baglama ist für den in Berlin lebenden alevitischen Hobbymusiker Ali Ekber Aksahin mehr als nur eine Passion. „Sie ist für mich ein Lebensbegleiter, ein Freund mit dem ich meine Sehnsucht teile“, sagt der 48jährige.

1967 kam Ali Ekber Aksahin in der ostanatolischen Stadt Bingöl zur Welt. Ein tragisches Erdbeben hatte die Familie ein Jahr zuvor aus der zwei Stunden entfernten Stadt Varto hier her verschlagen. Bei dieser Naturkatastrophe waren das Teile von Varto zerstört und 3000 Menschen ums Leben gekommen.

Schon als Kind klimperte Ali Ekber mit großer Freude auf den Saiten des bauchigen Instruments. Als er mit sieben Jahren sein Augenlicht verlor, tat dies seiner Leidenschaft keinen Abbruch. In seinem alevitischen Elternhaus war die Baglama ein wichtiger Bestandteil des Alltags. Auf ihr wurden die spirituellen Lieder der großen alevitischen Dichter gespielt. Ob Pir Sultan Abdal, Sah Ismail Hatayi oder Fuzuli - der junge Ali Ekber sog die kontemplativen Lieder mit den lyrischen Texten in sich hinein noch bevor er lesen und schreiben konnte. Neben der kurdischen, türkischen und zazakischen Dichtung und Musik war er ebenso für andere Musikrichtungen ebenfalls empfänglich. Diese hörte er über verschiedene Radiokanäle, etwa dem kurdischen Programm des armenischen Radio Yerevan, dem staatlichen türkischen Radiosender TRT und Radio Budapest.

Mittlerweile ist Ali Ekber längst ein Berliner geworden und hat schon zahlreiche Auftritte gehabt. Die Baglama und die alevitischen Gesänge sind ein fester Bestandteil seiner Persönlichkeit und seines Alltags.

Im April 2015 gab Ali Ekber sein erstes Solo-Konzert. In Begleitung einer befreundeten Sängerin und eines Gitarristen spielte und sang er im Tiyatrom in Kreuzberg Lieder aus den verschiedenen Regionen der Türkei. Im Mittelpunkt standen wieder einmal die berühmten alevitischen Sänger und Dichter. Ali Ekber trug aber auch einige selbstkomponierte Stücke vor.

Unterstützung bekam er neben der CESA Investment GmbH & Co. KG von der Baglama Plattform e.V., dem Landesmusikrat und dem privaten Berliner Radiosender Metropol FM. 

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